|
Protokoll der
jährlichen Generalversammlung der Internationalen Union für Leonberger Hunde.
24. September 2005
im Hotel Kirchner, Leonberg, Deutschland.
Vertreten waren
die Mitgliedsvereine von:
Österreich, Belgien, Deutschland, Tschechische Republik, Dänemark,
Finnland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Russland,
Schweden, Spanien, Schweiz, USA, Victoria (Australien.)
Nicht vertreten
waren: Ungarn und
Slowakische Republik.
Vorsitzender: Gerhard Zerle.
Protokollführer: Hein Sibrijns.
Begrüßung.
Herr Zerle eröffnet die Sitzung
und begrüßt die Anwesenden.
Er freut sich, dass so viele
Mitgliedsvereine vertreten sind.
Ehrungen.
Zwei langjährige
Vertreter sind speziell zur Ehrung eingeladen.
An Herrn Fred Inwood
war schon vorher die Goldene Ehrennadel des DCLH verliehen worden, leider hat
die Union selber noch kein Ehrenzeichen.
An Herrn Pablo Pabst
wird der goldenen Ehrennadel des DCLH verliehen.
Bericht des Präsidenten.
Ein wichtiges
Geschehen war der Austritt Frankreichs aus der Union, der Vorstand bedauert den
Beschluss von Frankreich sehr, der Präsident hat deswegen Briefe an die
Präsidentin des Französischen Clubs geschrieben.
Der Präsident hat
dieses Jahr auf 4 internationalen Clubschauen gerichtet. Es fiel ihm ins Auge,
dass die Farbe einheitlicher wird, es gibt fast keine zu schwarzen Hunde mehr,
aber der Typ ist noch sehr unterschiedlich.
Der Typ wird deshalb
das wichtige Thema für das Richterseminar am 19. und 20. November sein.
Der Präsident dankt
den Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit.
Bericht des
Schatzmeisters.
Bis heute haben 13
Vereine ihren Mitgliedsbeitrag bezahlt, 2 haben heute in bar bezahlt, von einem
muss der Scheck noch kassiert werden.
Nur der Norwegische
Club hat dann seinen Beitrag noch nicht bezahlt.
Der eingegangene
Betrag, den die 16 Clubs für insgesamt 9433 Mitglieder bezahlt haben, beläuft
sich auf 2.686,60 €.
Die Ausgaben des
Schatzmeisters betrugen bis zum 24.9.2005 156,24 €.
Diskussion über
die Berichte und Entlastung.
Dänemark bittet, den
Bericht des Schatzmeisters in Zukunft schriftlich an die Delegierten zu
überreichen.
Guido Perosino sagt,
dass es um die Hunde gehen soll, wir müssen nach einem mehr einheitlichen Typ
streben. Er wird deshalb einen Artikel zur Veröffentlichung an die
Clubzeitungen der Mitgliedsvereine schicken.
Der Vorstand wird einstimmig
entlastet.
Neueste
Entwicklungen der Union.
Der Leonberger Club
New Zealand hat dem Präsidenten die notwendigen Unterlagen zur Beantragung der
Mitgliedschaft geschickt. Der Vorstand hat in seiner Sitzung vom 23.9.2005 die
sehr kompletten und gut präsentierten Angaben geprüft und empfiehlt die LCNZ
als Mitglied der Union aufzunehmen.
Der LCNZ wird von der
Generalversammlung einstimmig als Mitglied der Union akzeptiert.
Der Mährisch -
Schlesische Leonberger Club hat als zweiter, vom FCI-Mitgliedsdachverband in
der Tschechischen Republik anerkannter Club, um Beobachterstatus gebeten und
die notwendigen Unterlagen an den Präsidenten der Union geschickt.
Der Vorstand hat in
seiner Sitzung vom 23.9.2005 die Angaben geprüft und empfiehlt, den Mährisch -
Schlesischen Club als Beobachter zu Sitzungen der Union zuzulassen. Es wird
betont, dass der tschechische Leonberger Club der erste Mitgliedsklub für die
Tschechische Republik in der Union ist und bleibt, und dass nur der
tschechische Club für die Tschechische Republik stimmen kann.
Es sind 2 Delegierte
des Mährisch - Schlesischen Clubs in der Versammlung anwesend.
Die Delegierten des
tschechischen Clubs beschweren sich, dass ihnen nicht mitgeteilt wurde, dass
der 2. tschechische Club Beobachterstatus beantragt hat und dass schon 2
Delegierte dieses Clubs in der Versammlung anwesend sind.
Der tschechische Club
beantragt einen Beschluss, die Zulassung des 2. Clubs um ein Jahr zu
verschieben.
Der Vorstand
entschuldigt sich beim tschechischen Club.
Der 2. Club ist aber
FCI anerkannt und kann deshalb von der Generalversammlung als Beobachter
zugelassen werden.
Es wird betont, dass
solch eine Zulassung nur für 2. Clubs, die tatsächlich im FCI Verband sind,
möglich ist. Für nicht vom FCI Dachverband anerkannte Clubs ist eine Zulassung
nicht möglich. In den meisten Ländern wird für eine Rasse nur ein Rassezuchtkcub
vom FCI Dachverband anerkannt, es gibt aber ein paar Länder, wo der Dachverband
mehrere Clubs für eine Rasse anerkannt hat, eines davon ist die Tschechische
Republik.
Peter Cejnek erklärt
die staatspolitischen Hintergründe, warum der Dachverband in Tschechien 2 Clubs
anerkennen muss.
Pablo Pabst betont,
dass man keinem Club den Zutritt verweigern soll.
Der Delegierte vom
mährisch - schlesischen Club erhält die Gelegenheit, eine Stellungnahme
abzugeben.
Der Club besteht
schon seit 12 Jahren und hat jetzt Interesse, sich auf internationaler zu
orientieren. Der Club hat 95 Mitglieder, gleichzeitige Mitgliedschaft in
beiden Clubs ist möglich.
Die Delegierten des
mährisch - schlesischen Clubs werden gebeten, der Saal zu verlassen, damit die
Mitglieder offener sprechen können.
Der tschechische Club
erklärt, dass der 2. Club vor 12 Jahre von Leuten gegründet wurde, die nicht
nach der Zuchtordnung des tschechischen Clubs züchten wollten und die auch in
Mähren und Schlesien wohnten.
Damit konnte der
tschechische Club bis vor kurzem leben. Aber jetzt sind Leute aus Tschechien,
die den tschechischen Club auf unfaire Weise durch Anwälte und die Polizei
bedrängen, mit der Absicht, den Club kaputt zu machen, Mitglied im mährischen
Club geworden, und nun verlangt der mährische Club plötzlich Beobachterstatus
in der Union. Man soll auch anmerken, dass der tschechische Club mit 800
Mitgliedern viel größer ist.
Es ist klar, dass
eine Auseinandersetzung zwischen zweier Clubs in einem Land nicht im Interesse
der Rasse und der Union sein kann.
Obwohl die Union sich
nicht in interne Affären eines Landes einmischen kann, können wir doch schon
verlangen, dass die beiden Clubs in Tschechien Frieden schließen und
zusammenarbeiten. Vom mährischen Club kann verlangt werden, dass er den
tschechischen Club nicht über Anwälte oder auf andere Weise angreift, vom
tschechischen Club kann verlangt werden, dass er den Mähren gegenüber fair ist.
Peter Cejnek wird
benannt zum Moderator, der mährische Club wird jetzt noch nicht als Beobachter
zugelassen, Peter Cejnek und der tschechische Club werden nächstes Jahr einen
Rapport machen, dann wird der Antrag der Mähren wieder verhandelt.
Die Vertreter des
mährischen Clubs dürfen allerdings für die Dauer der Sitzung anwesend sein.
Frankreich ist kein
Mitglied in der Union mehr, aber damit in der Zukunft ein Gespräch möglich
bleibt, hat der Präsident den französischen Club eingeladen, einen Beobachter
zu schicken. Deshalb ist Herr Buff im Namen Frankreichs anwesend.
Der Beobachterstatus
Frankreichs wird einstimmig akzeptiert. Die Union wird sich bemühen, den
französischen Club wieder als Mitglied zurückzugewinnen.
Der ungarische
Leonberger Club ist zwar vom Agrarministerium anerkannt, aber hat keine
Mitglieder und keinen Vorstand mehr und ist auch nicht im FCI- Dachverband.
Dadurch ist die
Unionsmitgliedschaft des ungarischen Clubs beendet. Es gibt zur Zeit keinen
neuen Leonbergerclub in Ungarn, die Interessen des Leonbergers werden von einen
Club für verschiedene Molosserrassen vertreten.
Seit kurzer Zeit ist
ein nationaler Leonberger Club in Kanada vom CKC anerkannt. Dieser Club hat
bis jetzt noch keine Unionsmitgliedschaft beantragt.
Der Unionsmitgliedsclub der Vereinigten Staaten
(LCA) hat beim AKC Parentclubstatus beantragt. Bei der entsprechenden
Abstimmung haben 69 % der Mitglieder
des LCA gestimmt, 85 % der Stimmen waren für
den Anschluss beim AKC.
Es hat sich auch der zweite Club (LCUS)
für den Parentclubstatus beworben. Der AKC hat beiden Clubs Auf lagen
erteilt und wird im Dezember 2006
beschließen, welcher Club der Parentclub für Leonberger wird.
Mittlerweile wird der Leonberger schon dieses Jahr
zu AKC „companion events“ zugelassen.
Die beiden amerikanische Clubs versuchen zusammen
zu arbeiten und sich eventuell wieder
zu vereinigen. Eine Wiedervereinigung würde von großer Bedeutung für die
Rasse sein.
Der niederländische
Leonberger Club feiert am 16. und 17. September 2006 seinen 40. Geburtstag mit
einem großen Fest und einer Jubliäumsclubschau.
Weitere Einzelheiten
werden im Internet bekannt gegeben.
Dänemark fragt, ob
die Angaben in einer Ahnentafeldatabase im Internet richtig sind.
Im Allgemeinen sind
nur die Angaben in Zuchtbüchern und eventuelle Databases von Clubs und
Dachverbänden ausreichend geprüft, in privaten Dateien ist das nicht der Fall
und durch inkomplette Information entsteht Fehlinformation.
In Privatdatabases
sind viele nicht richtig geprüfte Angaben und Angaben ohne Genehmigung der
Beisitzer aufgenommen.
Die Union möchte
gerne eine zuverlässige Database haben, aber sie ist jetzt nicht in der Lage,
selbst eine Database zu bauen.
Beth O’Connor wird
einen Entwurf für eine Erklärung über Privatdatabases für die Union Homepage
machen.
Petra Junehall teilt
mit, dass sie den Leonbergerstandard mit Photos, Zeichnungen und Bemerkungen
als Buch in 5 Sprachen verkauft.
Für die Clubschau am
23.10.2005 in Italien übernimmt ein Sponsor die Hotelkosten für ausländische
Teilnehmer.
In Italien bekommen
jetzt Welpen aus „Körzuchtpaarungen“ eine speziellen Ahnentafel in einer
anderen Farbe.
Es wird gewarnt vor
vier italienischen Samenbanken, die Samen aus eigenem Vorrat über das Internet
verkaufen.
Die italienischen Milleniumawards
gehen nächstes Jahr an Rahel Schale und Jeny Kennish, die beide ausgezeichnete
künstlerische Darstellungen des Leonbergers erstellt haben.
In der Schweiz wird
vom Dachverband jetzt für alle Elterntiere eine ZTP verlangt, also auch für
Würfe von Nichtclubmitgliedern.
Bevor eine Hündin
eventuell ein 4. Mal gedeckt werden darf, müssen von 3 Würfen Welpen gezeigt
werden.
Von einem Rüden
müssen nach 3 Deckungen Welpen gezeigt werden, bevor er ein 4. Mal decken darf.
Der Universität von
Bern wird ein Forschungsprojekt über Polyneuropathie starten.
Der Vorstand wird
versuchen, Frankreich davon zu überzeugen, dass der französische Club wieder
Mitglied der Union werden muss.
Deutschland teilt
mit, dass es jetzt die Möglichkeit für den direkten Kontakt der Clubs der
Ursprungsrassen mit der FCI gibt.
Der deutsche
Leonberger Club wird eine Kooperationsvereinbarung mit der FCI unterzeichnen.
Das bietet in der Zukunft die Möglichkeit, z.B. direkt mit der technischen
Kommission oder der Standardkommission der FCI zu verhandeln.
Im Vertrag soll die
Vielseitigkeit des Leonbergers unterstrichen werden.
Verschiedenes.
Der belgische Club
hat beim Dachverband beantragt, keine Registerahnentafel mehr auszustellen.
Der britische Club
wird in Zukunft keine Ausnahmen der Zuchtordnung genehmigen, deshalb können nur
noch Hunde, die eine offiziellen Bestätigung haben, dass sie nicht an Katarakt
leiden, zur Zucht eingesetzt werden, auch wenn es sich um ausländische Rüden
handelt.
Der Präsident dankt
allen für die positiven Beiträge und schließt der Versammlung.
Leonberg, 24.09.2005
Gerhard Zerle,
Präsident Hein
Sibrijns, Sekretär
|